Depressive Störungen

Die gängige Verwendung des Begriffes “Depression” im alltäglichen Sprachgebrauch “ist das alles deprimierend”, “ich bin heute so deprimiert” lässt bereits darauf schließen, dass vorübergehende “Einbrüche” im persönlichen Gefühlsleben relativ normal sind.

Dies zu erkennen und sich zu verdeutlichen ist tröstlich – schließlich partizipiert man mit einer depressiven Störung an einer Erscheinung, die vorübergehender Bestandteil  und Erfahrung nahezu aller Menschen ist.

Je nach Ausprägungsgrad, ob Sie nun den Zustand als traurig, melancholisch, depressiv gestimmt oder depressiv einschätzen, können Sie folgende Merkmale erkennen:

Gefühl der Leere und Hoffnungslosigkeit

Nichts spricht Sie an, die Möglichkeit einer Besserung Ihres Zustandes scheint nicht einmal in gedanklicher Nähe, die Dauer des quälenden Zustandes bleibt unabsehbar.

 

Gefühl der Kraftlosigkeit und des Gelähmtseins

Dieser Zustand ist begleitet von objektiv grundloser Unruhe und Angestrengtheit. Hinzu kommen Gefühle von körperlicher Zerschlagenheit und Schlaffheit. Beständige Müdigkeit geht einher mit Schlafstörungen bzw. Schlaflosigkeit.

 

Heimgehsuchtwerden von Ängsten

Dabei spielen die menschlichen Urängste (vgl. K. Schneider, Urängste des Menschen) eine zentrale Rolle:

- Schuld und Versündigung

Die Angst, Sünde und Schuld auf sich geladen zu haben, etwas getan zu haben, was nicht mehr rückgängig und wieder gut zu machen ist. Gegen wichtige Normen, Regeln und Werte des menschlichen Lebens verstoßen zu haben, Selbstvorwürfe, zermürbende Gedanken, Selbstabwertung, häufige Einfälle von  früheren Fehlern, Versäumnissen u.ä.

- Erkrankung

Angst vor unheilbarer Erkrankung, sukzessiver geistiger und/oder körperlicher Verfall, Vermutung schleichender, bislang unentdeckter Erkrankung

- Verarmung

“das wichtigste im Leben fehlt mir, und ich werde es auch nie bekommen”, ”was ist das schon was ich habe?” Furcht vor dem Verlust der ökonomischen Basis.

- Versagen und Wertlosigkeit

Angst vor persönlicher Unbrauchbarkeit und Nutzlosigkeit, vor dem Verlust des sozialen Wertes. Befürchtung, von anderen Menschen als Last, als wertlos empfunden zu werden. Angst vor dem Scheitern in der eigenen Lebensführung, vor einer vernichtenden Lebensbilanz.

 

Wie jede psychische Störung hat auch eine depressive Beeinträchtigung verschiedene Aspekte, die dem Menschen als vielseitigem Wesen entsprechen.

Daher laden wir Sie ein zu einem Rundgang durch die unterschiedlichen Erklärungsmodelle und den daraus folgernden Gesichtspunkten der Hilfe und Vorbeugung.

Folgende psychologische Richtungen werden dabei ausgeführt:  Die Psychoanalyse, Individualpsychologie, Verhaltenstherapie und die humanistische Psychologie.

Wir wünschen Ihnen dabei Freude und nützliche Erkenntnis.                               

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